26. Oktober 2020

Illegale Biker: Wälder „gleichen einer kommerziellen Cross-Strecke“

Durch die sozialen Medien wird gerade ein (aus unserer Sicht ziemlich einseitiger) Artikel der Dortmunder Lokalpresse getrieben, zu dem auch unser Team gerne Stellung nimmt. Dieser erschien in der Printausgabe der Ruhrnachrichten am 8. Mai und online am 9. Mai (in voller Länge leider nur für Abonnenten*). Wir haben dazu einen Leserbrief verfasst, den wir hier gerne veröffentlichen:


Sehr geehrter Frau Riese, sehr geehrte Herren Hillgeris, Löchter und Weber,

fangen wir diesen Leserbrief mit einer einfachen Frage an: Wann konnten wir in der Dortmunder Lokalpresse jemals positive Beiträge über unser Hobby lesen?

Während für König Fußball sogar in Corona-Zeiten Sonderlocken konstruiert werden, bleibt für die große und weiter wachsende Community der Mountainbiker mit all ihren Variationen immer nur das Image der bösen Natur-Vandalen und Rowdies. 

Der Handel liebt uns als Konsumenten, aber keine Kommune in dieser engstirnigen Metropole Ruhr ist ernsthaft bereit, uns eine angemessene Infrastruktur zu bieten. Das ist kein spezifisches Problem in Dortmund, sondern zieht sich leider durch das gesamte Ruhrgebiet und darüber hinaus!

Woanders prügelt man sich um die Gunst der Biker*innen, baut ihnen extravagante Bikeparks und legt anspruchsvolle Trails an, inklusive einer ausgeklügelten Event-Strategie. Hier vor Ort wird man behandelt wie ein Verbrecher und muss sich immer wieder aufs Neue für sein Hobby rechtfertigen.

Der Ausbau von Revier-Autobahnen zu Lasten der Natur wird billigend in Kauf genommen (aktuell A43 auf 6 Spuren zwischen Marl und Witten auf 28 km!), aber kommen die Biker*innen, dann drehen die Naturschützer gleich durch. Als wenn wir keine Umwelt-Ausgleichs-Flächen schaffen könnten…

Also sollen wir lieber alle mit dem Auto nach Willingen und Winterberg oder noch weiter fahren, die Natur mit Abgasen belasten und die Gastronome und Hoteliers im Sauerland und anderswo noch reicher machen? Ist das die Intention? Und was macht die Jugend, die keine Möglichkeiten hat, geeignete auswärtige Spots aufzusuchen? Denen geben wir ein kleines Gelände von der Größe eines halben Fußballfeldes, welches sie sich unter unzähligen bürokratischen Auflagen umbauen dürfen/sollen? Ohne finanzielle Unterstützung? Das hört sich nach einem ziemlich mangelhaften Businessplan an, oder?

Was war mit dem Trailprojekt Dortmund, welches im September 2019 in der Beiratssitzung endgültig den Todesstoß erhielt (s. TOP 3.1)? Das war höchst professionell von der damaligen Crew vorbereitet**, scheiterte aber an…? Sie erraten es sicherlich: Der Naturschutzbehörde! Seinerzeit gab es nachweislich so gut wie keine vernünftige Kommunikation unter den maßgeblichen Behörden. Und das, obwohl mittlerweile auch seitens bekannter Promi-Förster der Stress für die Wildtiere und die Verdichtung des Waldbodens absolut zu vernachlässigen ist. Sofern feste Trails vernünftig angelegt sind.

Und wo findet sich unser Hobby im Masterplan Sport der Stadt Dortmund wieder? Etwa am Deusenberg? Nein, definitiv nicht!

Wo sollen wir denn ihrer Meinung nach fahren? Am Kanal? Am besten streichen die örtlichen Fahrradhändler dann auch entsprechende Produkte aus ihrem Sortiment. Das ist bestimmt spannend, wenn Lucky Bike, Last Bikes, Edelhelfer, B.O.C. oder andere lokale Shops keine Räder mit Federwegen jenseits der 80 mm mehr verkaufen, weil damit nur Unfug betrieben wird. Oder es gibt demnächst einen Warnhinweise auf jedem potenten Mountainbike: Biken gefährdet die Umwelt und deine Mitbürger!?

Und erklären Sie doch bitte auch den 60.000 Besuchern des beliebten eBike Festivals in Dortmund, für welche Areale die dort zuhauf angepriesenen hippen E-Mountainbikes gebaut wurden. Das machen Sie am besten an der Seite von OB Sierau zur Eröffnung der Veranstaltung von der Hauptbühne aus. Auf der Homepage des Veranstalters können Sie sich gerne informieren, welche Ansprüche man seitens der Industrie erfüllen möchte: Dort bietet man der kauflustigen Testkundschaft „anspruchsvolle Trails am Hang des Berges, sowie auf dem Gipfelplateau einen spezieller Parcours mit Steilkurven, Wellenbahnen oder Tables“. Warum wohl?

Wenn wir dann noch in der Fachpresse über den Auf- und Ausbau von attraktiven Strecken abseits unseres kleinen Mikrokosmos lesen und sich Saalbach oder ähnliche Bike-Regionen dafür selber abfeiern, dann wirkt das wie ein lächerlicher Schildbürgerstreich, was hier im Ruhrgebiet stattfindet (oder genauer gesagt, nicht stattfindet).

Oder schauen wir mal rüber nach Großbritannien, da findet man an jeder Ecke zielgerichtet angelegte Flächen und Wege. Haben die Waldtiere und der Wald in diesen Gebieten keine oder geminderte Schutzansprüche? Oder ist das Reh oder der Salamander in Wales weniger wert als in Dortmund?

Irgendwas läuft hier gewaltig schief und die A-Karte liegt immer bei uns. Es ist an der Zeit, dass man erkennt, dass unser Sport keine Eintagsfliege und kein Kinderkram ist, sondern gewaltiges Potenzial für diverse Ansätze hat (s. DIMB, DAV und MTB-Tourismusforum). Und schon seit Jahrzehnten hervorragend geschlechter- und generationsübergreifend funktioniert. Es ist einfach herrlich zu sehen, wie viele Bikerinnen mittlerweile unterwegs sind und den Boys um die Ohren fliegen.

Also sollten sich unsere Kommunen und der RVR zeitnah entsprechende Gedanken machen, Konzepte entwickeln und endlich abliefern. Und auch mal über den Tellerrand hinaus blicken.

Und bitte keine faulen Kompromisse wie z.B. beim Rundkurs 02 in Hagen. Den Aufwand und die Ausgaben können wir uns getrost sparen.

Vielleicht sollten wir das alle am 13. September auf dem Schirm haben, denn dann wird das Ruhrparlament zum ersten Mal direkt von uns Bürgern gewählt. Und das bildet die Verbandsversammlung des RVR, welcher wiederum für zahlreiche Projekte auf unseren Halden und Wäldern zuständig ist. Gleichzeitig findet auch die Kommunalwahl in NRW statt. Und vor solchen Ereignissen stürzen sich Lokalpolitiker gerne auf medienwirksame Themen, mit denen sie bis vor einer Woche keinerlei Berührungspunkte hatten.

Ihnen, liebe Frau Riese, wollen wir für einen weiteren Beitrag zu diesem Thema gerne einen Termin für einen Dialog anbieten (aktuell natürlich auch als Webmeeting). Mit uns und einigen unserer vielen Mitstreitern. Das bietet Ihnen die Möglichkeit für eine gründliche journalistische Recherche und damit die Basis für eine objektive Berichterstattung. Und die faire Option, beide Seiten der Medaille zu betrachten. Bitte nutzen Sie diese Gelegenheit und melden sich einfach unter team@bikeparkruhrpott.de


Wir hoffen, einem Großteil von euch mit diesem Leserbrief aus der Seele zu sprechen. Aber wir sind natürlich auch interessiert an eurer Meinung. Und an euren Leserbriefen, die ihr hoffentlich zahlreich an folgende Adressen geschickt habt oder schicken werdet:

susanne.riese@mdhl.de und cc an

  • sascha@hillgeris.de
  • chefredaktion.dortmund@ruhrnachrichten.de
  • team@bikeparkruhrpott.de

Danke für die Zeit, die ihr euch für diesen Artikel genommen habt habt. Aber bitte immer dran denken: Machen ist wie Wollen, nur krasser!

Bleibt gesund!

Euer Team vom Bikepark Ruhrpott


*Den Artikel findet man in voller Länge als Screenshot mittlerweile in zahlreichen Foren.

**An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön und großen Respekt an alle, die seinerzeit so engagiert am Trailprojekt Dortmund mitgearbeitet haben oder sich in ähnlicher Art und Weise in der Lobbyarbeit für die Belange der Community einsetzen. Sofern Interesse an der offiziellen Präsentation/Ratsvorlage besteht, frage ich gerne bei S. und seiner Combo nach.

13 Gedanken zu “Illegale Biker: Wälder „gleichen einer kommerziellen Cross-Strecke“

  1. Sehr geehrter Frau Riese, sehr geehrter Herr Hillgeris,

    ich habe heute Ihren Artikel in den Ruhrnachichten gelesen. Er hat in
    den sozialen Netzwerken bei den lokalen Mountainbikern viel Beachtung
    gefunden. Ich fand ihn in der Facebookgruppe „Mountainbiken in Dortmund“
    (791 Mitglieder), aber es gibt noch viele andere Dortmunder-MTB-Gruppen
    in den sozialen Netzwerken. Ich selbst bin 38 Jahre, Familienvater,
    arbeite beruflich als Gymnasiallehrer und fahre selber gerne MTB im
    Dortmunder Süden.

    Einerseits bin ich als aktiver Radfahrer sehr froh, dass das Thema
    endlich mal Beachtung in der lokalen Politik findet, denn die sachlichen
    Fakten und die Realität sollten die Lokalpolitiker zum Handeln
    auffordern. Allerdings anders als Herr Hillgeris es fordert.

    In Dortmund boomt der Breiten- und Freizeitsport Mountainbiken. Das
    liegt vor allem daran, dass von Norden aus gesehen, sich im Dortmunder
    Süden die ersten Berge der Umgebung erheben. Deswegen zieht es viele
    Natursportler (Wanderer, Radfahrer, Spaziergänger usw.) aus dem
    Münsterland und Umgebung zu uns nach Dortmund. Das ist doch erst einmal
    toll, gibt es doch Dortmund ein anderes Gesicht, als immer nur von
    bekloppten Fußballfans, Hooligans und Nazis aus Dortmund zu hören. Es
    ist eine große Chance für den Wirtschafts– und Tourismusstandort
    Dortmund, die es clever zu nutzen gilt.

    In Dortmund ist schätzungsweise eine 4-stellige Zahl an Mountainbikern
    aktiv. Man trifft sie bei schönem Wetter auf den Wegen und Trails an den
    Bergen in der Nähe der Ruhr. Die Wahrnehmung von Herrn Hillgeris, kann
    ich aber absolut nicht teilen. Ja, es gibt bestimmt asoziale
    Jugendliche oder junge Erwachsene, die als illegale Downhillbiker laut
    grölend und rücksichtslos die Wanderwege kreuzen und Spaziergänger
    anpöbeln. Aber das ist meiner Erfahrung nach die absolute Ausnahme.
    Genauso wie man durch die Äußerungen und das Fehlverhalten des
    Fußballprofis Salomon Kalous nicht alle Fußballer als unsoziale,
    rücksichtslose und Dummköpfe über einen Kamm scheren kann. Die
    überwältigende Mehrheit der Mountainbiker im Dortmunder Süden verhält
    sich freundlich, rücksichtsvoll und kooperativ. Das ist meine
    Beobachtung und so verhalte ich mich selber auch im Wald! Alles andere
    würde, nebenbei bemerkt, auch gar keinen Spaß machen.

    Auch das Thema Naturschutz ist gerade den aktiven Mountainbikern sehr
    wichtig, bietet doch die Natur die Grundlage für diese Sportart. Aber
    die Argumente bzgl. des Naturschutzes bzw. der „Naturzerstörung“ aus
    ihrem Artikel sind m. E. zum Teil sachlich falsch dargestellt. Eine
    sachliche und wissenschaftliche Abhandlung dieser Thematik finden sie
    z.B. beim Bundesverband des Deutschen Alpenvereins, der als größter
    Naturschutzverein Deutschlands z.B. auch Mountainbike-Trainer ausbildet.

    Ein Single-Trail ist ein schmaler, steiler Trampelpfad (der übrigens
    auch von vielen Spaziergängern und Wanderern genutzt wird). Die Trails
    im Naturschutzgebiet Klusenberg sind z.B. weniger als einen Meter breit.
    Damit stellen sie eine geringere Belastung für die Natur dar, als z.B.
    die breiten festen und verdichteten Wanderwege dort. Spaziergänger die
    mit ihren frei laufenden Hunden dort unterwegs sind, stellen für das Wild
    eine größere Störung dar, als der typische Mountainbiker, der relativ
    leise den Berg herunter rollt. Es ist ein unglaublich tolles
    Naturerlebnis mit dem Mountainbike diese schönen Trails zu erleben und
    es ist ein Anliegen gerade der MTBler, diese Natur zu erhalten, um sie
    weiterhin genießen zu können.

    Der Einstiegspreis eines MTB (mit dem man im Dortmunder Süden die Trails
    fahren kann) liegt bei ca. 3000€. Das können sich normalerweise keine
    „asozialen“ Jugendlichen leisten! Deswegen wird der MTB-Sport
    vornehmlich von über 30 Jahre alten, berufstätigen Personen betrieben.
    Die meisten sind meiner Erfahrung nach Akademiker, also gut gebildete
    und solvente Frauen und Männer, Mütter und Familienväter. Dieser
    Freizeitsport ist allerdings nicht in einem festen Verband organisiert,
    genauso wenig wie das Wandern oder Spazieren gehen. Für all diese
    Radsportler ist es genauso selbstverständlich im Dortmunder Wald zu
    radeln, wie es für Spaziergänger selbstverständlich ist, dort zu wandern.
    Einige wenige, sozial engagierte MTBler haben sich in Sportvereinen wie
    dem DAV-Dortmund oder dem ASC 09 organisiert.

    Das ist nun mal die Realität. Es sollte Aufgabe der Politik sein, ein
    friedliches kooperatives Miteinander im Wald zu fördern. Die Massen an
    Radsportlern im Dortmunder Süden werden sich nicht durch Verbote oder
    Bußgelder aus den Wäldern Fernhalten lassen. Es geht meines Erachtens
    gar nicht anders, als das ein Konzept zur sicheren und gemeinsamen
    Nutzung der Waldwege und Trails von den Lokalpolitikern gemeinsam mit
    dem Radsportlern angepackt werden muss.

    Dafür gibt es gute Argumente! Soweit ich informiert bin, haben
    Mountainbiker aus Dortmund am 4.9.2019 versucht, ein sehr gut
    ausgearbeitet Konzept im Beirat der unteren Naturschutzbehörde
    vorzustellen und beschließen zu lassen. Dieses Konzept wurde abgelehnt.
    Die Begründung liest sich zusammengefasst so: „Wir wollen keine
    Fahrradfahrer im Wald, wenn wir denen einmal die Tür öffnen, werden wir
    die nicht wieder los“.

    Dadurch wurde das Bauen illegaler MTB-Strecken beschleunigt, denn die
    Sportler nehmen sich ihren Raum genauso wie es auch Spaziergänger tun.
    Doch darunter leiden die Sicherheit und der Naturschutz.

    Herr Hillgeris, wenn ihnen wirklich an ein konstruktiven Lösung dieses
    Problems gelegen ist, dann besorgen Sie sich doch bitte dieses Konzept
    und setzen sie sich dafür ein. Nachbarstädte wie Herten, Witten und
    Hagen machen uns gut vor, wie ein konstruktives, sicheres, legales und
    naturschützendes MTB-Trailnetz verwirklicht werden kann. Auch die Städte
    Winterberg und Willingen haben neben ihren kommerziellen Bikeparks,
    kostenlose Trailnetze realisiert. Diese Konzepte wären auf Dortmund
    sicherlich auch anwendbar.

    Darüber hinaus sollte die Politik auch nicht vergessen, dass die hohe
    Anzahl an aktiven MTBlern in Dortmund auch gleichzeitig eine große
    Wählergruppe darstellt. Genauso wie Lokalpolitiker andere lokale
    Sportarten unterstützen, kann es auch ein Chance sein, sich mit den
    Mountainbikern an einen Tisch zu setzen, anstatt sie zu kriminalisieren.

    Mit freundlichen Grüßen

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ihr oben genannter Artikel aus den Ruhr Nachrichten vom 08.05.2020 bedarf einiger kritischer Ergänzungen aus dem Kreise der angefeindeten Mountainbiker.

    Die Beobachtungen des Herrn Bürgermeister Hillgeris sind leider nicht in Gänze zu entkräften, allerdings sind auch hier doch immer beide Seiten der Medaille zu betrachten. Sicherlich hat, nicht nur durch den E-Bike Boom der letzten Jahre, der feststellbare Mountainbike-Verkehr in den Wäldern des Dortmunder Südens zugenommen. Auch wurden in den letzten Jahren unstrittigerweise einige Trails illegal neu angelegt. Die Schneisen, die in Ihrem Artikel beschrieben werden sind im Schnitt einen Meter breit. Schneisen, die durch Rückfahrzeuge beim Holzschlag in die Wälder eingebracht werden sind deutlich breiter.

    Kurioserweise wird das Fahren mit E-Mountainbikes durch die Stadt Dortmund öffentlich propagiert. So werden während des jährlichen E-Bike Festivals geführte Touren durch die Dortmunder Wälder angeboten.

    Die Politik versucht das „Problem Mountainbiker“ durch Kriminalisierung der Sportler und das Aufstellen von Schildern zu lösen. Das dies lediglich zu neuen Spannungen führt ist nachvollziehbar.

    Die im Artikel angesprochenen legalen Lösungen sind aus tatsächlicher Erfahrung der Mountainbiker lediglich ein Lippenbekenntnis. Im vergangenen Jahr wurde der Vorschlag zur Einrichtung eines legalen Trailnetzes durch den Umweltbeirat der Stadt Dortmund abgelehnt. Ein Arbeitskreis aus zahlreichen Mountainbikern aus Dortmund hatte über einen Zeitraum von zwei Jahren ein Konzept erarbeitet, das dafür sorgen sollte, den Mountainbikesport in den Wäldern zu kanalisieren, den Umweltschutz voranzutreiben und Konfliktherde mit anderen Waldnutzern zu eliminieren. Hervorzuheben ist, dass sowohl Umweltamt, als auch die Untere Naturschutzbehörde dieses Vorhaben durchgängig unterstützt haben. Die angeführten Haftungsprobleme wären durch die Einbindung des ASC 09 Dortmund lösbar gewesen.

    Dortmund hätte die Chance gehabt an dieser Stelle einer der Vorreiter bei der Legalisierung eines Trailnetzes in Deutschland zu sein. In Großbritannien sind solche Netze heute bereits Gang und Gäbe und erfreuen sich großer Beliebtheit bei allen Nutzern. Es ist erwiesen, dass die oben beschriebenen Konflikte dadurch kanalisiert und gelöst werden konnten. Inzwischen wird unter anderem in Iserlohn ein Trailnetzwerk auf die Beine gestellt, an dem sich Dortmund sicherlich orientieren kann.

    Einem konstruktiven Gespräch stehen die Dortmunder Mountainbiker offen gegenüber und auch der oben genannte Arbeitskreis wäre zu weiteren Gesprächen mit der Politik und entsprechenden Entscheidungsträgern bereit, um hier eine nachhaltige Lösung zu entwickeln, die den Wünschen aller Beteiligten Rechnung trägt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Matthias Kooke – ein Mountainbiker – Mountainbike Abteilung des ASC 09 Dortmund

  3. Leserbrief an Frau Riese

    „Tausende Dortmunderinnen und Dortmunder fahren regelmäßig Mountainbike.
    Der Sport erfreut sich seit Jahrzehnten wachsender Beliebtheit. Statt das
    zu fördern und als Aushängeschild für die Stadt zu nutzen, werden
    Steuergelder dafür ausgegeben, eine der beliebtesten Individualsportarten
    unattraktiv zu machen. Das Resultat ist im besten Fall überschaubar.
    In der Regel geht es in den Dortmunder Waldgebieten ohnehin harmonischer
    zu, als es der Artikel suggeriert. Bei den zweifellos vorhandenen Folgen
    für die Umwelt sei die Frage erlaubt, ob das Mountainbiken wirklich der
    entscheidende Störfaktor ist. Durch die Bittermark verlaufen eine
    Autobahn, eine Bundesstraße, viele Kilometer befestigter Wege und tiefe
    Rückegassen von Forstmaschinen. Täglich sind hier unzählige Menschen zu
    Fuß, mit dem Rad und mit ihren Hunden unterwegs. Zusammengenommen sind das
    – ganz ohne Mountainbiking – keine ganz optimalen Ausgangsbedingungen für
    die ungestörte Entwicklung von Flora und Fauna.
    Da Verbote bewiesenermaßen unwirksam sind, ist es an der Zeit das Thema
    konstruktiv anzupacken. Gute Angebote müssen geschaffen werden, so wie es
    z. B. für den Reitsport in den südlichen Stadtbezirken selbstverständlich
    ist.
    Freiburg und Stuttgart bauen Mountainbikestrecken in ihrem Einzugsbereich.
    Selbst kleine Städte im Sauerland werben mit aufwendigen Strecken intensiv
    um die Gunst und Kaufkraft der Mountainbikerinnen und Mountainbiker. Warum
    Dortmund, als selbsternannte „Sportstadt“, dazu nicht in der Lage ist,
    bleibt ein Geheimnis. Gleichsam sind natürlich auch die Mountainbikerinnen
    und Mountainbiker gefragt. Rücksichtnahme und gute Ideen sind nötig, um
    Politik und Verwaltung zu überzeugen.“

  4. Vielen Dank an den/die Verfasser, damit sprecht ihr mir als leidenschaftlichen Bike aus der Seele!
    Ich hoffe, dass dieser konstruktive Ansatz bei den Verantwortlichen Gehör findet und endlich eine zufriedenstellende Lösung für die Zukunft des MTB Sports in Dortmund gefunden werden kann.
    Ein fettes Dankeschön auch an Sören & Matthias, für euer Engagement in dieser Sache!

  5. Hallo an alle Biker im Ruhrpott,
    auch ich möchte mich den Worten von Marc Südfeld anschließen und ein fettes Danke schön an die Verfasser des Leserbriefes senden.
    Eigentlich ist dem ganzen nichts hinzuzufügen, weil ihr damit alles aussprecht was vielen MTB auf der Zunge liegt.
    Leider konnte ich den Beitrag in der RN nicht lesen, wollte aber trotzdem kurz meine Meinung zu der aktuellen Situation und den Bedingungen im Ruhrgebiet loswerden.
    Ich bin 49 Jahre alt und bin in meiner Jugend sehr viel mit dem BMX Bike unterwegs gewesen, nach sehr langer Pause hat mich zum MTB Biken mein Sohn ( 14 Jahre ) gebracht. So verbringe ich mehr Zeit mit Ihm und wir teilen uns ein geniales Hobby. Mittlerweile wurde mein Frau auch von diesem Hobby angesteckt und fährt seit ein paar Wochen selber aktiv mit. Somit haben wir ein Hobby gefunden, das uns alle begeistert und wir viel Zeit miteinander verbringen können. Des Weiteren sind wir gemeinsam mit Begeisterung auf vielen Festivals und Veranstaltungen.
    Ich persönlich finde es sehr schade, das die Kommunen nichts unternehmen um den vielen Jugendlichen eine Möglichkeit zu bieten Ihrem Hobby nachzugehen.
    Es gibt Kommunen die das erkennen und legale Trails bauen oder Pumptracks aus dem Boden stampfen. Hier hat man das Gefühl das diese Möglichkeiten von den Verantwortlichen nicht erkannt werden oder nicht erkannt werden wollen.
    Ja und wenn man auch noch die Möglichkeit in Betracht zieht, das durch Events mit den Stars der Szene auch noch den lokalen Handel zu beflügeln finde ich es sehr naiv und dumm das Thema mit Verboten klein zu halten.
    Ich würde mir für die Zukunft wünschen das dieser Sport mehr Aufmerksamkeit bekommt und eine engagierte lokale Politik die die Chance erkennt wie viel potential in diesem Sport steckt.

  6. Natürlich gibt es unter den Mountainbikern schwarze Schafe, genau wie in allen anderen Sportarten auch. Aber das dann direkt zu generalisieren nach dem Motto „der böse Mountainbiker“ ist nicht in Ordnung. Genauso wenig möchten Fußballfans generell als Hooligans abgestempelt werden. Meine persönliche Erfahrung ist übrigens, dass man als Radfahrer von Wanderern beschimpft wird, ohne das man sich etwas hat zu Schulden kommen lassen. Das ist dann ein Resultat von falscher Meinungsmache..

  7. Sehr geehrte Frau Riese, sehr geehrte Herren Hillgeris, Löchter und Weber,

    zunächst zu meinem Geständnis: Auch ich bin Mountainbiker! Und ich möchte mich nicht dafür schämen müssen, ich möchte dies nicht hinter vorgehaltener Hand sagen müssen….ich möchte stolz darauf sein können und vorallem auch dürfen! Denn wir sind eine tolle Community!

    Was mich an Ihrem Artikel am meisten getroffen hat (den Vorwurf der Illegalität sind wir bereits gewöhnt) ist der mehrfach erwähnte Satz: „Und dann wird man auch noch angepöbelt“. Sicherlich, und das möchte ich gar nicht abstreiten, gibt es auch schwarze Schafe unter den Mountainbikern, aber gibt es die nicht überall? Der Rennradfahrer, der am Sonntag Nachmittag Rücksichtslos mit über 30 Sachen auf dem Seeradweg fährt.

    Der Rentner auf dem E-Bike, der unbedingt noch eine Gruppe Fußgänger überholen muss, damit er nicht bremsen muss, obwohl Gegenverkehr kommt. Der Autofahrer, der einen Radfahrer um Haaresbreite in der Kurve überholt. Der Hundebesitzer, der seinen Hund tief in das Unterholz laufen lässt. Der Wanderer, der auch auf freundliches Bitten hin, stur in der Mitte des Weges bleibt und einen Radfahrer nicht vorbei lässt…ich könnte noch ewig so weiter machen.

    Wenn sie meine Freunde und mich auf unseren Mountainbikes im Wald treffen, werden sie ein breites Lächeln bekommen, eine rücksichtsvolle Verminderung der Geschwindigkeit und ein aufrichtiges ‚Danke schön‘ dafür, dass Sie uns Platz gemacht haben. Wir wünschen Ihnen sogar noch einen schönen Tag!
    Ihr Artikel lässt uns wie ungebildete, unverschämte Schwerverbrecher wirken! Glauben Sie mir, das sind wir nicht! Ich möchte Ihnen sagen, warum ich unseren Sport, unser Hobby so sehr liebe!

    1. Wir können draußen, in der Natur sein. (Ja, wir lieben die Natur, wir lieben den Wald! Wir sind tief bestürzt, wenn wir mal wieder an eine Waldfläche kommen, die 2 Wochen vorher noch saftig Grün war und dann auf einmal ist kein Baum mehr da und tiefe Rillen des Harvesters ziehen durch weite Teile des Waldes)

    2. Mountainbiken verbindet! Durch das Biken habe ich viele neue Freundschaften geschlossen. Das Schöne daran ist, das diese Verbindung durch alle Altergruppen und Berufszweige geht. Wir haben den/die Arzt/Ärztin, den/die Softwareentwickler/-in, den/die Ingenieur/-in, der Feuerwehrmann, den Metallbauer, den Pfleger… und ebenso die Alterstufen, vom Mitt-Zwanziger, bis Mitt-Fünfziger ist alles dabei. Oftmals sogar Teenager und Kinder.
    Wir unterstützen uns, bringen uns neue Sachen bei, feuern uns gegenseitig an, freuen uns über die Erfolge und den Fortschritt des anderen.

    3. Mountainbiken stärkt das Selbstbewusstsein. Es ist erstaunlich, wenn man auf den Anfang seiner ‚Bike-Karriere‘ zurück blickt und sieht, wie man angefangen hat und was man heute in der Lage ist zu fahren. Bergauf, wie bergab. Der Stolz, den man fühlt, wenn man etwas zum ersten Mal geschafft hat, ist großartig! Natürlich geht es auch manchmal daneben, unsere ‚Battle wounds‘ zeigen wir uns gegenseitig mit Stolz bei einem gemeinsamen Bier nach der Tour und erzählen von unseren Heldentaten.

    4. Mountainbiken hält Körper und Geist fit und gesund. Ich glaube nicht, dass ich hierzu viel schreiben muss…Mountainbiken als Ganzkörpertraining hält den Körper fit. Die komplexen Bewegungen sind perfekt für die Hirn-Körper-Koordination und Reaktion. Ein Tag kann noch so schlimm sein…ab eine Runde aufs Bike, in den Wald….danach ist alles wie weg geblasen. Grade in Zeiten von Burn-Out (sogar schon bei Schulkindern), Medienüberkomsum, Couch-Potato-Tum, Depressionen etc. sollte unsere Gesellschaft froh um jeden sein, der nach Draußen geht und sich sportlich betätigt!

    Ich könnte leicht noch mehr Gründe finden. Wie Sie vielleicht merken, packt mich bei diesem Thema die Leidenschaft. Ich habe bereits so viele unvergessliche Momente mit dem Mountainbike erlebt. Menschen auf der ganzen Welt kennengelernt, mit denen man sich auf Anhieb versteht, weil man das selbe Hobby teilt. Der Urlaub wird natürlich aktiv auf dem Mountainbike verbracht.

    Wir sind hier noch eine Randsportart und ich hoffe, dass sich dies bald ändert! In anderen Ländern funktioniert dies problemlos!

    Um nochmal auf die Zerstörung durch den Mountainbiker zu kommen:
    Gibt es nicht Sportarten, die wesentlich mehr Zerstörung anrichten? In Ihrem Artikel erwähnen Sie so schön den Golfplatz…haben Sie sich einmal ein Luftbild dieses Golfplatzes angeschaut? Waren nicht dort, wo sich heute die immer perfekt grünen Wiesen (auch im Dürresommer!) langschlängeln mal Waldflächen? Die Skipisten in den Bergen brauche ich wohl nicht erwähnen…

    Zum Thema Mountainbiker, Bodenverdichtung und Wild gibt es auch einen Beitrag von Peter Wohlleben, den ich wohl nicht vorstellen muss.
    https://www.facebook.com/DIMB.OpenTrails/posts/2501275063327455

    Das mit dem Wild deckt sich auch mit meiner Erfahrung. Wenn man mal ein Reh sieht im vorbeifahren, hebt es meist kurz kauend den Kopf und beachtet uns nicht weiter. Sie sind mittlerweile auf uns eingestellt. Und ja, wir fahren nur auf festen Trails. Querfeldein, über Äste, Stöcker und Laub macht es für uns keinen Sinn…Erschreckt weglaufen tut das Wild genau dann, wenn man stehen bleibt und es anschaut (sei man nun auf dem Rad, oder zu Fuß). Was auch Sinn macht. Ein Raubtier macht es nämlich genau so. Es beobachtet und pirscht sich an…Beachtet man das Wild nicht, wird man nicht als Bedrohung wahr genommen (Das hat mir mal ein Jäger erklärt. Fand ich sehr interessant und einleuchtend).

    Vielleicht konnte ich Ihnen etwas von dem ‚Zauber‘ unseres Sports vermitteln. Der Großteil von uns möchte nur, wie jeder andere Sportler auch, seine Leidenschaft ausüben und möchte weder Tier, Wald noch Mensch schaden! Ganz im Gegenteil. Ich bitte Sie in Zukunft von solchen, schon beinahe ‚hasserfüllten‘ Artikeln ohne Gegendarstellung abzusehen. Hierdurch wird nur nochmehr Zwietracht gegen unseren schönen Sport gesät und es ist nicht auszuschließen, dass sich durch solche Artikel wieder vermehrt Fallen für Mountainbiker im Wald finden (keine Einzelfälle! Von Brettern mit langen Nägeln, die aus dem Boden ragen, über gespannte Seile, bis zu einem 13 Jährigen, der mit einem Spaten vom Rad geschlagen wurde, ist hier alles zu finden).

    Mit sportlichen Grüßen,

  8. Guten Tag Frau Karcher,
    guten Tag Herr Kirsten,
    guten Tag „Rudi“.

    Zunächst danke ich Ihnen für die ausführlichen Darstellungen Ihrer jeweiligen Sicht zum Thema „Befahren des Waldes“. An dieser Stelle möchte ich um Verständnis bitten, dass ich an Sie gemeinsam schreibe, da sich die Inhalte an sehr vielen Stellen überschneiden.
    Ungeachtet dessen biete ich Ihnen gerne ein gemeinsames Gespräch im Beisein aller in der Bezirksvertretung Hörde anzutreffenden Fraktionen an. Im gemeinsamen Gespräch sind erfahrungsgemäß unterschiedliche Positionen leichter zu verknüpfen als durch fortwährende schriftliche Aktion und Reaktion.

    Sicher interessiert es Sie, dass ich seit Erscheinen des Berichts in den RN in erheblichem Maße mehr Zustimmungsreaktionen als ablehnende Aussagen erhalten habe. Ein deutliches Zeichen dafür, dass das Thema in beachtenswerter Weise polarisiert.
    Ein Gespräch mit allen politischen Vertretern sollte darüber hinaus jeglichen Verdacht unterbinden, das Ansprechen des Themas sei Teil des anstehenden Kommunalwahlkampfes.

    Vor einem gemeinsamen Gesprächstermin drängt es mich jedoch nachhaltig, einige Anmerkungen bereits über diesen Weg zu tätigen:
    1. Vor fast dreißig Jahren investierte ich mehrere tausend DM in ein Custombike-Tandem für das Doug Bradbury höchst persönlich die Gabel konzipiert und gebaut hat. Will sagen: Eine „gewisse Affinität“ zu dem Sport wohnt mir inne!
    2. Die im RN-Artikel angesprochenen Trails sind keine Wege im Wald! Es sind durch nicht berechtigte Personen angelegte Trampelpfade durch den Forst. Das Befahren dieser Strecken ist aus diesem Grund ein Verstoß gegen – nicht im Stadtbezirk Hörde und nicht in der Stadt Dortmund – beschlossene Bundes- und Landesgesetze. Ein Fakt, der nicht zu diskutieren ist!

    Zu diskutieren ist natürlich eine offizielle Strecke unter Einbeziehung sämtlicher verantwortlichen Entscheidungsebenen. Nur so kann Demokratie, kann Gesellschaft funktionieren.

    Erlauben Sie mir hierzu noch eine wirklich persönliche Anmerkung: Es ist in der Tat in den vergangenen Jahren ein deutlich veränderter Umgang im Miteinander zu verzeichnen. Es wird von „kriminalisieren“, von „haßerfüllt“ u. Ä. gesprochen. Frau Riese hat in ihrem Artikel die von ihr zusammengetragenen Fakten wertungsneutral dargestellt. Dennoch wird auch sie persönlich und ihre Arbeit angegriffen…
    Sie, Herr Kirsten, stellen sich als Gymnasiallehrer vor und beschreiben nahezu im selben Atemzug, dass ein Bike ein teures Sportgerät ist (siehe auch oben) und die Nutzer quasi in der Natur der Sache liegend keine asozialen Zeitgenossen sein können…
    Bisweilen fehlt mir die Fantasie und/oder die Bereitschaft allzu fokussierten Gedankengängen über dem Schriftweg zu folgen.

    Daher noch einmal mein Angebot: Gerne können wir uns gemeinsam an einen Tisch setzen und über denkbare Lösungen für den zz. nicht zu akzeptierenden Status quo sprechen.
    Eine Terminabstimmung leiten Sie bitte über die Geschäftsführung der Bezirksverwaltungsstelle Hörde (bvst-hoerde@stadtdo.de) ein.

    Freundlich grüßt Sie

    Sascha Hillgeris
    Bezirksbürgermeister Dortmund-Hörde

    Kopie:
    Geschäftsführung der BV-Hörde

    1. Sehr geehrter Herr Hillgeris,

      vielen Dank für ihr zeitnahes Feedback und das Angebot, für eine weitere Diskussion gemeinsam an einen Tisch zu kommen.

      Wir können Ihre Aussage „Bisweilen fehlt mir die Fantasie und/oder die Bereitschaft allzu fokussierten Gedankengängen über dem Schriftweg zu folgen“ durchaus nachvollziehen und freuen uns auf einen sachlichen Diskurs mit Ihnen und weiteren politischen Vertretern.

      Das Team von Bikepark Ruhrpott

  9. Hallo zusammen,

    die Einladung zum Gespräch klingt zwar ganz nett, aber ich bin da nicht zuversichtlich. Er merkt ja schon an, dass er mehr Zuspruch als Contra erhalten hat.

    Hoffen wir einfach mal, dass die meisten Menschen sich demnächst wieder den Zoos, Schwimmbädern, Freizeitparks widmen und es wieder ruhiger im Wald wird.

    Und wenn ich lese, dass in Essen die Ordnungshüter am Trailausgang Geld kassieren kann ich mir gut vorstellen dass da wieder jemand Euros in den Augen hat und nicht an die Natur denkt.

    Was ich allerdings nicht nur im Wald, sondern auch im ÖPNV, Stadtpark, Spielplatz Innenstadt feststelle: Für alle Leute ist der andere immer der Feind, der böse ist. Für den Fußgänger: „Der Radfahrer hat nichts zu suchen wo ich spaziere!“ – die Wut auf rücksichtslos vorbeirasende Radfahrer kann ich allerdings auch nachvollziehen.
    Für den Radfahrer: „Können die nicht einfach Platz machen und mich vorbeiziehen lassen, der Weg ist breit genug“ – übrigens auch so ne interessante Beobachtung: man klingelt und meistens drehen sich die Leute um, am besten sind es mehrere Personen und alle machen in eine andere Richtung Platz, so dass wieder wenig Platz zur Verfügung ist 😀
    Der Autofahrer:“Die Straße ist für Autos, der Radfahrer bremst mich aus“ – manchmal ist ein Fahrrad halt langsamer unterwegs, aber man sollte generell nicht unter Zeitdruck im Straßenverkehr agieren 😉

    Alle denken drüber nach was der andere falsch macht, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und dem anderen gegenüber auch mal zurückzustecken oder Vortritt zu gewähren scheint für viele schwierig zu sein.

    Ich selbst bin übrigens mal im Auto, mal mit dem Rad, mal mit Inlinern und mal mit dem Motorrad unterwegs und sehe eigentlich nie mich selbst als wichtigsten Verkehrsteilnehmer wahr.

    Das waren mal ein paar Gedanken meinerseits dazu.

    Ich hoffe jedenfalls, dass ich nicht demnächst gesteinigt werde, weil ich mit einem Mountainbike unterwegs bin und ein Stadtvertreter ja gesagt hat ich mache den Wald kaputt.

    Liebe Grüße,

    P.

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